Wir haben uns einer Aufgabe verschrieben. Literatwo kämpft gegen das Vergessen. Bianca und ich haben viele Artikel veröffentlicht, die nach Erscheinen des monumentalen Kino-Epos dazu beitragen sollen, dass die deutsche Lyrikerin Oda Schaefer nicht zum zweiten Mal in Vergessenheit gerät.
Namhafte Begleiter unterstützen uns in unseren Bestrebungen und wir haben große Pläne, diesen steinigen Weg weiter zu beschreiten. Odas Bücher sind inzwischen auch in den Antiquariaten nicht mehr zu erwerben und so bleiben nicht einmal ihre Worte. Mit einer großen Ausnahme – ein Onlinebuch ihrer Balladen und Gedichte gibt uns die Chance, ihr auch nach so langer Zeit von Zeile zu Zeile zu folgen.
Heute ist ein großer Tag, der nun die Waage in Richtung der Erinnerung wieder ein wenig zum Kippen bringen könnte, ist doch nach langer Wartezeit endlich die DVD zu Poll erschienen – jenem Film, der Odas Jugend und ihr Buch “Auch wenn Du träumst, gehen die Uhren…” auf die Kinoleinwand brachte. Mehrfach ausgezeichnet und doch ist es nicht gelungen, ihre Werke im Angesicht dieses Films wieder neu zu verlegen.
Lest Euch durch unsere Artikel, vergleicht das Vergessen einer Oda Schaefer mit der Nichtentdeckung der deutschen Autorin Anke Höhl-Kayser und versucht zu erfühlen, was heute schlimmer erscheint. Geht einen Weg mit uns und verharrt einen Moment vor dem Grab Oda Schaefers… betrachtet das Bild und fühlt in Euch hinein… Vergessen – und mehr als das!
Und dann verfolgt bitte auf Literatwo die Kommentare zu den Artikeln… den eines 91jährigen Münchners, der ihr Grab regelmäßifg besucht und den einer schweizer Künstlerin, die Oda noch persönlich kannte und nie vergessen hat.
Heute bin ich wieder einmal am Grab von Oda Schäfer im Münchner Waldfriedhof vorbeigekommen und mußte leider feststellen, daß die Ruhestätte der Dichterin, die die Grundlage für den großen Erfolg von „Poll“ mit 4 Lolas gelegt hat, weiterhin völlig verwahrlost ist. Eigentlich wäre der Erfolg des Filmwerks doch einen Blumengruß oder ein sonstiges Zeichen des Dankes wert gewesen.
HS
Ich habe Oda Schaefer persönlich in München gekannt.
Sie war für mich eine mütterliche Freundin, die mit unendlicher Geduld und vielem Verständnis mein künstlerisches Werden förderte.
Rein zufällig bin ich heute auf die vielen Artikel und die Berichte über den Film Poll gestossen.
Ich freue mich von ganzem Herzen über die Anerkennung, die Oda Schaefer zu Teil wird. Es ist auch mein Wunsch und meine Hoffnung, dass ihr Werk neu erwacht und auflebt und neue Früchte trägt.
Clara Luisa Demar
Nie hätten wir gedacht, dass wir über diese Artikel eine solche Resonanz erhalten – nie hätten wir gedacht, auch unter der schreibenden Zunft eine solche Unterstützung zu erfahren… Die Schriftstellerin Heike Koschyk verfolgt derweil diese Berichte, hat eines der letzten Bücher von Oda Schaefer erstanden und wird sich wohl auch den Film anschauen. Heike unterstützt unseren Weg gegen das Vergessen, wie Anke Höhl-Kayser und einige unserer Freunde…
Auch Sandra Vogel vom Piepmatz Verlag gehört zu denjenigen, die an unserer Seite stehen, wenn wir auch in der Zukunft versuchen wollen, an eine vergessene Lyrikerin zu erinnern.
Ebenso hat die oben zitierte Künstlerin Clara Luisa Demar uns schon so viel gegeben, dass wir zur Erinnerung an Oda Schaefer in den folgenden Wochen aus dem Vollen schöpfen können! Ihnen allen gebührt unser tiefer Dank…. und auch Ihr könnt gespannt sein, denn wenn Ihr uns begleitet könnt Ihr an unseren Gefühlen teilhaben und unseren weiteren Weg verfolgen.
Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema und das Lesen von Odas Gedichten ist hierbei für uns ein sehr wichtiger Schritt, denn nur dann könnt Ihr Euch an einem großen Projekt beteiligen, das einige Überraschungen bereit hält…
Seid bitte bei uns – es ist eine große Herzensangelegenheit!
Alptraum (Oda Schaefer)
Auch wenn du schläfst
Gehen die Uhren.
Irgendwo dreht sich
Die Scheibe des Zählers,
Irgendwo brennt noch das Licht
Auch des Nachts.
Auch wenn du schläfst
Nagen die Ratten.
Jede Stunde kostet dein Leben,
Unaufhaltsam rücken die Zeiger,
Du kannst sie nicht bannen,
Du schläfst.











Hallo, ihr zwei Rufer gegen das Vergessen,
ein wichtiger, eindringlicher Bericht, der Lust auf viel, viel mehr macht – und mich sehr berührt.
Danke für eure Entschlossenheit, denen eine Stimme zu leihen, die die Zeit zu verschlucken droht, ebenso wie denen, die noch nicht gehört worden sind.
Ich bin überzeugt, eure Rufe werden nicht ungehört in der Dunkelheit verschallen! Ihr habt ein gewaltiges Projekt angestrengt, das Licht in diese Dunkelheit zu werfen beginnt. Ihr gebt Oda Schaefer die Möglichkeit, mit ihren eigenen, mächtigen Worten gegen das Verstummen anzusprechen.
Es ist mir eine Freude und Ehre, an diesem Projekt teilhaben zu dürfen.
Es grüßt euch herzlich
Anke
Auch von mir ein herzliches Hallo,
es gibt wohl nichts Schlimmeres, als einen großen Künstler respektive eine große Künstlerin in der Vergessenheit verkommen zu lassen!
Ich verstehe es nicht, warum die Alarmglocken bei unseren deutschen Verlagen nicht sofort eindringlichst geläutet haben, als dieser Film noch im Begriff war, gedreht zu werden! Ist die Poesie out? Haben Gedichte keine Zukunft mehr? Ich denke nicht!!! Gedichte sind immer noch ausdrucksstark und romantisch, wie eh und je? Was also verleitet die Verlage zu einer solchen Entscheidung? Das würde ich gerne wissen.
Seid gegrüßt aus dem schönen Niederbayern
Robert Eben
Das fragen wir uns auch…also ergreifen wir die Initiative und schreiben mit euch über Oda Schäfer.
Wir freuen uns über eure Kommentare und das ihr dabei seid – wir sind grad echt sprachlos…selten…aber kommt vor ;o)
Sehr bewegt lese ich den Artikel über Oda Schaefer.
Er ist mit echtem Engagement geschrieben und weckt den Wunsch, viel mehr zu erfahren. Ich freue mich über dieses Projekt gegen das unsinnige Vergessen grosser Dichter in einer hektischen und eher sinnentleerten Zeit.
Und ich bin gespannt auf alles Kommende.
Ich meine, dass es die Aufgabe der Kunst ist, die Seelen der Menschen zu wecken und lebendig werden zu lassen, sodass in ihnen neue Kraft und Schaffenfreude erwachen, und sie in ihrem Leben vermehrt Sinn finden
können.
Wenn man die Erinnerungen von Oda Schaefer, “Auch wenn Du träumst, gehen die Uhren” und “Die leuchtenden Fest über der Trauer” , liest, die von heute fast unvorstellbar schweren Zeiten, vom Bestehen in aller Not und von der dichterischen Schöpferkraft, die nie versiegte, berichten, kann man beginnen, auch im eigenen Leben vermehrt Sinn zu sehen. – Im
Durchhalten, in der Sinnsuche und in der Umwandlung des Schweren in Güte, Hilfebereitschaft und Schöpferkraft.
Dass Literatwo seinen Lesern diesen Zugang eröffnet, ist grossartig.
Ich bin unendlich dankbar dafür und wünsche dem Kommenden grossen und sinnvollen Erfolg.
Clara Luisa Demar.
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