Eine Ode für Oda…

Auch das Jahr 2012 steht für Literatwo im Zeichen der Erinnerung. Unsere Artikel über Eva Mozes Kor und Waldtraut Lewin haben schon gezeigt, wohin unsere literarische Reise uns führt und die Tatsache, dass wir uns täglich in Erinnerung rufen, was die Menschen gefühlt haben müssen, die vor genau 100 Jahren bereits im Besitz von “Titanic-Tickets” waren, macht uns nachdenklich.

Erinnern heißt, sich etwas ins Gedächtnis rufen und daraus lernen. Am Beispiel eines gesunkenen Luxusliners scheint dies den heutigen Reedereien nicht vollends zu gelingen und so wiederholt sich die Geschichte auf dramatische Weise. Erinnerungen benötigen Rückblicke und Anlässe oder einfach nur besondere Gefühle. Erinnerungen machen unvergessen. Das wünschen wir uns sehr. Auch an diesem Wochenende.

Im Oktober schrieben wir über eine unserer ganz großen Herzensangelegenheiten. Wir schrieben über Oda Schaefer, die deutsche Lyrikrin, deren Leben und Werk die Vorlage für den erfolgreichen Kinofilm “Poll” war. Und trotzdem ist sie vergessen. Ihre Bücher werden nicht mehr publiziert und an ihr Leben erinnert nicht mehr viel.

In unserem Artikel “Oda Schaefer – unvergessen…” haben wir euch allerdings auch zeigen können, was uns beim Schreiben passierte und welche Rückkopplungen wir erhielten. Der Weg zu ihrem vergessenen Grab wurde uns beschrieben und mit Clara Luisa Demar hat sich eine Künstlerin bei uns gemeldet, deren Lebensweg in besonderer Weise mit Oda Schaefer verbunden ist. Nie hätten wir gedacht, auf diesem Wege jemanden zu finden, der Oda noch persönlich gekannt hat und dessen Leben so sehr von ihr beeinflusst wurde.

Und Clara schloss den ewigen Kreis von der lebenden Lyrikerin bis zum überwucherten Grab, indem sie uns ein Gedicht von Oda Schaefer schickte, dem zu entnehmen ist, wie Oda selbst gerne beigesetzt worden wäre. Ein Wunsch, der angesichts des Grabes in Erfüllung gegangen ist.

Wir möchten dieses Wochenende der Erinnerung an Oda Schaefer widmen. Wir möchten euch bitten, Clara Luisa Demar zu lauschen, ihre Zeilen zu lesen, die für uns so emotional-künstlerisch sind, dass es eine besondere Ehre ist, in “Eine Ode für Oda” erleben zu dürfen, was Oda Schaefer an Erinnerungen hinterlassen hat.

Clara Luisa Demar hat exklusiv für Literatwo eine Hommage verfasst, die so persönlich ist, dass wir kaum glauben konnten, diesen Text wirklich veröffentlichen zu dürfen. Dabei gelingt es ihr auf eine ganz besondere Weise eine lyrische Brücke in die Vergangenheit zu schlagen. Sie bettet Gedichte von Oda Schaefer und persönliche Erlebnisse mit der Schriftstellerin in ihren Text ein und reflektiert in einem anrührend poetischen Dialog in dem sie ihr eigenes künstlerisches Leben verdichtet.

Clara wirft einen Blick in den Spiegel ihres Lebens und gelangt zu der Frage, was sie wohl wäre, wenn sie Oda Schaefer nicht kennengelernt hätte. Ein gewagter und tiefer Blick, der uns viel über jene vergessene Autorin verrät und uns an der Magie ihrer Ausstrahlung und Prägung bis in die heutige Zeit teilhaben lässt. Dieser Blick zeigt uns allerdings auch eine Künstlerin aus der Schweiz, die wir unbedingt einmal treffen müssen.

Ab Morgen: “Eine Ode für Oda” - Begegnungen an der Strasse des Lebens in zwei Teilen…

Tiefgang in seiner poetischsten Form... Oda und Clara...

3 Kommentare

Eingeordnet unter Autoren, Lebensnews - Team Literatwo, Teamwork

3 Antworten zu Eine Ode für Oda…

  1. Sehr geehrte Frau Binea
    Sehr geehrter Mr. Rail
    Ich bin tief ergriffen von Ihrem echt dichterischen Artikel. Es ist, als ob Sie Oda Schaefer und meinen bescheidenen Beitrag verstanden hätten. wie ich ihn vielleicht nicht einmal selbst ganz verstanden habe.Wirklich, alles Erlebte spiegelt sich hin und zurück. Es hat mich geformt und so gemacht, wie ich heute bin.
    Die Arbeit des Künstlers wird ja erst sinnvoll, wenn sie innere Lebendigkeit und Schöpferkraft in den Menschen wecken kann.
    Und so freue ich mich und bin tief glücklich, dass Oda Schaefers Leben und Werk durch Ihre Initiative neu den Funken in vielen Lesern entzünden kann.
    Ich danke Ihnen von ganzem Herzen.
    Clara Luisa Demar

  2. Das ist das I-Tüpfelchen auf dem Beginn dieses Wochenendes… Danke für diesen Kommentar…

  3. Pingback: Oda Schaefer – Ein Blick zurück und der Weg ans Licht… | Literatwo Binea & Mr. Rail

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