Die zweite Season, der zweite Band der Reihe und somit das sechste Buch der Romane um das Tal liegt vor mir.
Manche Autoren schaffen es nicht, ihre Leser solange bei der Lesestange zu halten. Was aber ist mit Krystyna Kuhn? Vielleicht gab es auch bei dem einen oder anderen Roman Schwachstellen, bei denen man etwas unsicher geworden ist. Spätestens aber nach den ersten vier Bänden trennt sich die Leserschaft. Einige Leser haben den Schritt in die zweite Season gewagt, andere nicht. Ich habe den Schritt gewagt, denn letztlich bin ich seit zwei Jahren schon von der Geschichte um das Tal begeistert und auch im Tal gefangen.
Eine Rückkehr ist schon zwingend für mich und genauso zwingend wird der Wunsch, endlich das Geheimnis des Tals zu kennen. Als Leser möchte man wissen, wer hinter den ganzen Merkwürdigkeiten steht, welche Namen sich noch auf der Totentafel einfinden werden.
Die Rückkehr verlief ohne Probleme, aber bereits auf den ersten Seiten wird es problematisch. Die Prüfungen am Grace College sind in vollem Gange und Rose, Julia, Katie und Chris, wie auch alle anderen Schüler der Klasse, mehr als konzentriert. Alle Schüler stehen unter dem Prüfungsdruck, es darf und soll nicht versagt werden.
Es ist bekannt, dass in diesem Zeitraum keiner den Klassenraum betritt, doch dennoch öffnet sich die Tür und Tom kommt herein. Er meint auf dem Gang wäre der Code 111 ausgerufen, Amoklauf. Rose springt auf, drückt den Notfallknopf und verriegelt damit Fenster und Türen. Alle stehen unter Schock, fühlen sich aber durch diese Handlung sicher und warten in Sicherheit gebracht, auf dem Boden liegend, ab. Wenige Augenblicke später gibt sich allerdings Tom zu erkennen und zwar als Täter. Er nimmt alle Anwesenden als Geißeln und richtet eine Pistole auf die Schüler. Auch eine selbstgebaute Bombe trägt er am Körper, alle müssen auf sein Kommando handeln, sonst beginnt er das Feuer zu eröffnen.
Mit Tom ist nicht zu spaßen, er stellt die Regeln auf, der besitzt die Macht und eröffnet seinen Mitschülern seinen Plan. Er will mit David sprechen und bis dieser erscheint, läuft die Zeit und es wird definitiv etwas passieren, denn er fordert nichts anderes, als diese Begegnung, ein Gespräch mit David.
David allerdings ist mit Robert, Julias Bruder zusammen, um dem Geheimnis des Tals auf die Spuren zu gehen. Er hat etwas herausgefunden und möchte weiter forschen. Genau dies geht nur heute und im Labyrinth unter dem See. Eine SMS erreicht die beiden – Julia fleht um Hilfe.
Hilflosigkeit, Panik und Angst überkommt beide Jungen, denn sie sind nicht in Reichweite und können sich das Horrorszenario vorerst nur in ihren Köpfen ausmalen.
Krystyna Kuhn hält das Tempo im Roman hoch, lässt die Spannung zwischen den Seiten knistern und zwar ab der ersten Seite. Der Einstieg ins Buch viel dementsprechend leicht, denn Frau Kuhn setzte sofort die richtigen Wörter ein, um an die Psyche des Lesers zu gelangen.
In jedem Roman stand bisher ein Protagonist im Mittelpunkt. Dieses Mal ist es David, so viel sei verraten. Durch die Rahmenhandlung des Amoklaufs hebt sich dieser Band für mich im Gegensatz zu den anderen etwas ab. Die Protagonisten sind nicht wie sonst in der freien Natur, sondern unter sich und das gefangen in einem abgeschlossenen Raum. Zudem ist die Tat nichts mysteriöses, sondern uns allen mehr als bekannt, die Bilder aus den Nachrichten schieben sich vor des Lesers Augen. Zwei völlig andere Begebenheiten, die mir besonders auffielen.
Der Erzählperspektive verändert sich immer wieder, denn der Roman ist zwar größtenteils aus der Perspektive von David geschrieben, wechselt aber hin und wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Als Leser findet man sich aber schnell in den jeweiligen Kapiteln zurecht und wird immer schneller von der Autorin getrieben, denn nicht nur am Ende des Romans, sondern auch zwischendrin finden Cliffhanger ihren Einsatz.
Am Ende scheint sich immer noch kein klares Bild über das Geheimnis des Tals heraus zu kristallisieren, aber einige neuen Geheimnisse, Unklarheiten und Hinweise sind dazu gekommen. Die ein oder andere Vermutung bestätigt sich zwar, aber das Rätsel bleibt noch ungelöst. Wie immer ist die Totentafel auf der letzten Seite zu finden und die Spannung auf den siebenten Band wächst und wächst.
Gerade zurück gekehrt, weiß ich schon jetzt, ich werde mich wieder ins Tal begeben um zu erfahren, welcher Protagonist dieses Mal etwas von seiner Geschichte preis geben wird, welche mysteriösen Dinge geschehen werden und was das Tal an Geheimnissen lüftet.
Das Ende und die große Enthüllung rücken näher…denke ich jedenfalls
















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