Eigentlich ist es der alltägliche Wahnsinn, der die geneigten Eltern pausenlos ereilt, wenn sich der frühpubertierende Spross mal wieder aufführt, als stünde die Welt kurz vor der Einführung der „Herrschaft der Kinder“.
Satzfragmente, wie „Ich will…“, „Lass mich in Ruhe…“, „Bring mir mal…“, „Das schmeckt ätzend…“, oder „Ihr seid doch eh alle doof…“ gepaart mit Bodenstampfattacken und zornigen Gesichtsentgleisungen ließen sich bisher nur sozialpädagogisch erklären, was die eigene Erlebniswelt jedoch nicht einen Hauch erträglicher machte.
Beruhigungspillen in Form von rhetorischen Erste-Hilfe-Floskeln, wie „In dem Alter sind sie alle so…“ und „Das wächst sich raus…“ waren höchstens in der Lage, den Siedepunkt der Zumutbarkeit auf das Mindestmaß „Überkochen“ zu regulieren.
Aber ist es wirklich so? Sind Kinder in einem bestimmten Alter einfach schwierig und schier unausstehlich? Oder steckt mehr dahinter? VIEL MEHR, als wir jemals wissen wollen…..? Wenn man ihnen in einem solchen Moment des tiefsten Abgleitens in das Verhalten eines Miniaturtyrannen in die Augen schaut, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als sei diese Kind nicht von dieser Welt…!
Sondern…. Unvorstellbar…. Nicht auszudenken….
Die kalten Augen scheinen nur eine Sprache zu sprechen: „Ich habe kein Geheimnis – ich bin das Geheimnis – und wenn ich es dir verrate, dann muss ich dich töten…“
Genauso müssen sich die Polizisten fühlen, die einen eigentlich ganz brav aussehenden, doch ziemlich verwirrt wirkenden 13jährigen Jungen auf dem Parkplatz eines Supermarktes aufgreifen, um ihm zu helfen. Allein schon die Antwort auf die leichte Frage nach seinen Eltern macht alles ein wenig komplizierter, als gedacht.
„Ich habe keine Eltern, ihr Hundesöhne – ich bin die Inkarnation des Bösen! Der Weltverbrenner! Der Finstere, um nur einige meiner Titel zu nennen…, ihr Schwachköpfe!“
Darüber hinaus besteht der Junge auch noch darauf, als Dark Lord angesprochen zu werden, was die Beamten mit einem leichten „na dann eben Dirk Lloyd“ quittieren. Dark Dirk führt sich auf, als sei er der Herrscher des Universums und behandelt jeden so herablassend und tyrannisch wie… Ja, wie wer eigentlich?
Die Antwort liegt (wie so oft) im Weltall verborgen. „Dark Lord“, der schrecklichste Herrscher, den das Universum jemals erblickt hat, verliert auf seinem Heimatplaneten den letzten Kampf gegen die Kräfte des Guten und wird zeitlebens aus seinem Reich verbannt. Seine mörderische Diktatur endet auf ebenjenem Parkplatz.
Im Vollbesitz seiner unfassbaren Boshaftigkeit beschließt der Dunkle Herrscher, zuerst einmal die Erde zu unterjochen, um dann im nächsten Schritt seine Heimat zurückzuerobern. Gäbe es da nicht ein kleines Problem:
Niemand scheint ihn ernst zu nehmen, niemand zeigt angesichts seiner ungebremsten Zerstörungskraft auch nur einen leisen Funken von Angst – und zur Krönung des Desasters nennt man ihn auch noch „Dirk Lloyd“…. Statt Dark Lord… Es ist das Schlimmste was ihm je passieren konnte. Nicht nur auf einen fremden Planeten verbannt zu werden, sondern auch fortan im Körper eines stinknormalen 13jährigen gefangen zu sein, der sich auch in Anwesenheit von Psychiatern nicht an seine Eltern zu erinnern vermag und fortan bei einer liebenswerten Gastfamilie wohnen muss und schön brav in die Schule gehen zu gehen hat.
Richtig gelesen… Dark Lord bekommt einen liebevollen Vormund… eine unvorstellbare Schmach!
Alles rebelliert in Dirks Körper… ein brodelnder Vulkan in seinem Inneren sucht sein Ventil und der ganz normale Wahnsinn ergreift Besitz von dem bisher unbescholtenen Schüler…. Seine neuen Freunde werden schnell auf das einzig relevante Ziel eingeschworen: Einen Weg zurück zu alter Macht und zu seinem gestählten Körper zu finden…. Können Suus und Christopher ihm dabei helfen? Wir werden es erleben… und die Serie geht nach den Jugendjahren weiter…
Und welche Seite im Körper des Jungen wird die Oberhand gewinnen – wird es zunehmend Dark in Dirk oder kann der Junge gar den dunklen Herrscher verändern? Fragen über Fragen…
“Dark Lord… Da gibt`s nichts zu lachen“ aus dem Hause Arena: Herrlich zu lesen, herrlich in der Konstruktion, zum Brüllen komisch allein die Entwicklung der Bemerkungen in Dirks / Darks Schulzeugnissen (hier wird er als ein durchaus schwieriger Schüler beschrieben, der speziell in Biologie kein gutes Haar an der menschlichen Rasse lässt) – und doch…
Blickt man in die Augen eines grantigen Teenagers, so mag man gar nicht daran glauben, dass Fiktion manchmal nur Fiktion ist. So wie der Dark Lord den Körper Dirks dazu benutzt, seine Regimenter aus Dienern und Speichelleckern auf Erden zu rekrutieren, so sehr fühlen wir uns an diesen fabelhaften Auftakt einer Jugendserie erinnert, wenn wir nur den Satz hören:
„Raus aus meinem Zimmer… ich hab echt was Wichtigeres vor, als euch zuzuhören…“
Grins
















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